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| Andreas Witschi Laupen, den 9. Dezember 2008 Präsident SP Laupen Schützenstrasse 40 3177 Laupen
An die Gemeinderäte von Bösingen und Laupen
Schliessung des Bahnhofs Laupen
Werte Gemeindepräsidenten Sehr geehrte Damen und Herren
In der Beilage findet Ihr eine Kopie des Schreibens, das als offener Brief diese Woche im Anzeiger für das Amt Laupen erscheint. Der Brief ging zudem an die Direktionen der BLS, der SBB und der Sensetalbahn. Die SP Laupen hofft, mit ihrer Aktion die Schliessung des Bahnhofs Laupen verhindern zu können, ist sich jedoch klar darüber, dass dies vor allem zu diesem späten Zeitpunkt schwierig werden dürfte. Aber sie ist überzeugt, dass solch ein schwerer Eingriff auf kei-nen Fall sang- und klanglos über die Bühne gehen sollte und dass vor allem die Gemein-den Laupen und Bösingen alles unternehmen sollten, um diese Zurückstufung zu verhindern.
Die SP Laupen ist zudem der Überzeugung, dass das Vorgehen der Bahnen weder den Auflagen des Service public gerecht wird noch genügend bedacht wurde, sondern vom Bürotisch aus und rein auf Grund von Zahlen gefällt wurde, ohne andere Gesichtspunkte gebührend zu berücksichtigen. Die SP Laupen bittet Euch alle, sich der Sache anzunehmen und ist, falls dies möglich sein sollte, zur Unterstützung gerne bereit.
Mit den besten Grüssen Für den Vorstand der SP Laupen Andreas Witschi, Präsident ___________________________
Bahnhofschliessung Laupen
Was danach geschah
Die Ortsparteien trafen sich zu einem ersten Gedankenaustausch und luden dazu auch den Gemeinderat ein. Aufgerüttelt durch den offenen Brief der SP Laupen und weiteren Reaktionen von verärgerten Bürgerinnen und Bürgern nahm nun der Gemeinderat die Angelegenheit in die Hand. Eine Arbeitsgruppe, bestehend aus Vertretern des Gemeinderats und je einer Vertretung der Ortsparteien, dazu einem Bahn-Sachverständigen und einem Mitglied von Tourismus Laupenamt nahm die Arbeit auf, redete mit der Verwaltung der Sensetalbahn und Zuständigen von SBB und BLS und führte Abklärungen mit Reiseanbietern. Auch die Gemeinde Bösingen wurde mit einbezogen. Ziel dieser Gruppe ist
- kurzfristig den Billett-Service der Poststelle Laupen zu verbessern - den Bahnhof Laupen durch die Ansiedlung eines Reiseanbieters, der zugleich den Billett-Service übernimmt, wieder zu beleben.
Es scheint, die Sache ist auf gutem Wege. Wäre schön, wenn sich zeigen würde, dass sich Widerstand lohnt... _____________________________________
| siehe dazu auch |
| | Kolumne
Bahnhofschliessung oder «Das nützt ja glych nüt!»
Seit Neujahr 2009 wird der Bahnhof Laupen nicht mehr bedient. Das
bedeutet, dass der Wartsaal geschlossen ist und die Bahnkunden sich
ihre Billette, falls sie diese nicht am Automaten lösen wollen oder
können, am Postschalter besorgen müssen. Das bedeutet zudem, dass unser
Bahnareal, welches häufig von Vandalen heimgesucht wird, noch weniger
beaufsichtigt wird. Wie bekannt, hat sich eine Gruppe gebildet, welche
versucht, die Schliessung rückgängig zu machen.
Vielleicht denken Sie nun, liebe Leserin, lieber Leser, dass es für
ein Eingreifen sowieso zu spät ist und man sich mit den Tatsachen
abzufinden hat gemäss dem bekannten Spruch: Das nützt ja glych nüt.
Vielleicht haben Sie recht, vielleicht ist nichts mehr zu machen. Aber
das lässt sich erst sagen, wenn man es versucht hat. Und sollte das
Ganze tatsächlich nichts bewirken, dann bliebe wenigstens die
Genugtuung, sich mit Kräften gewehrt zu haben gegen eine
«unternehmerische» Haltung, die nur noch den Zahlen glaubt, die nur
noch die oberflächliche Rechnung macht, ob «es» rentiert oder nicht.
Und so viel ist klar: Für die BLS als Betreiberin der S2 rechnet sich
die Öffnung des Bahnhofs nicht. Jedenfalls auf dem Papier nicht. Aber
wie war das damals, als die Bahnen die Kondukteure «einsparten»?
Polster wurden aufgeschlitzt, Scheiben zerkratzt, Wände verschmiert.
Seither versucht die Bahnpolizei Vandalenakte zu verhindern und es
braucht Kontrolleure, um den Schwarzfahrern das Handwerk zu legen. Man
nennt solches Vorgehen salopp «sich ins eigene Knie schiessen».
Wahrscheinlich treffen die Verantwortlichen mit Bahnhofschliessungen
ein weiteres Mal das eigene Knie, indem der angerichtete Image-Schaden
für die Bahn und die mangelnde Zufriedenheit der Bahnkunden nicht in
die Rechnung einbezogen werden. Service public bedeutet übersetzt
soviel wie Dienst an der Öffentlichkeit. Und der sähe meines Erachtens
anders aus. Vielleicht könnte sich die BLS ein Beispiel nehmen an den
Leuten, die sich nun im Dienste der Öffentlichkeit um die Öffnung das
Bahnhofs bemühen: Service public, wie ich ihn verstehe.
Ueli Remund, Vizepräsident Sozialdemokratische Partei Laupen.
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